Hier könnt ihr ein bisschen nachlesen woher wir Bulli's als Rasse herstammen.

Irgendein Zweibeiner hat sich viel Mühe gemacht diese Abhandlung zu verfassen.

 

 

Der Bullterrier – Ein ewig missverstandener Clown

 

Eine mittelalterliche Jagd hierzulande: Damals ging man mit großen, schlappohrigen Hunden zur Jagd. Diese Schlappohr-Riesen waren so hart und rücksichtslos, das man sie allesamt „Rüden“ nannte. Mit der Erfindung des Gewehrs wurde die wilde Jagd überflüssig. Und die Jäger hielten sich freundliche Jagdhunde, die nur noch suchten und meldeten, aber nicht mehr selbst angriffen.

Da man aber auf die wilde Jagd nicht ganz verzichten wollte, führte man Ersatzkämpfe ein. Man hetzte Packrüden auf Bären und Schlachtbullen. Doch die alten Packer erwiesen sich für diese Art von „Volksbelustigung“ als viel zu eigenwillig. Sie ließen sich nicht auf Befehl loshetzen, und sie ließen auf Befehl auch nicht wieder los. Man kreuzte also die dickköpfigen Packer mit schneidigen, kleinen Terriern. Die Bullenbeißer (Bulldogs) entstanden. Den Obrigkeiten wurden diese blutrünstigen „Spiele des Kleinen Mannes“ bald zuviel.. Sie verboten sie. Doch ohne viel Erfolg. Der „Kleine Mann“ züchtete aus den Bullenbeißern mit noch mehr Terrierblut die ersten Bull und Terriers, kleine, kompakte Kampfhunde, die man auf jedem Hinterhof und in jeder Scheune loshetzen konnte und die alles angingen, selbst ihre eigenen Artgenossen. Auf dem Kontinent wurden diese „Wettspiele“ bald verboten.

Aus den englischen „Kampfhunden“ wurden Schauhunde: Der Bull Terrier, der Miniature Bull Terrier, der Staffordshire Bull Terrier. Doch ihre Vergangenheit tragen diese Hunde immer noch mit sich.

Was ist ein Kampfhund? Ein Kampfhund ist ein Terrier mit einem bisschen Packerblut. Vom Packer hat er die Gelassenheit, die Sturheit, die Schmerzunempfindlichkeit und auch jenen Schalter im Kopf, der von absoluter Ruhe auf absoluten Angriff schalten kann. Vom Terrier dagegen hat er den Schneid, die Rauflust, das Temperament und seine absolute Anhänglichkeit an seinen „Herrn“. Kampfhunde mussten angriffslustig sein, scharf, ohne jede Rücksichtnahme auf sich oder andere, ohne jede Beißhemmung, sonst konnten sie in der Hundekampfarena nicht überleben. Sie mussten andererseits aber auch absolut menschenfreundlich sein. Sie mussten sich mitten im heißesten Kampf von ihrem Herrn greifen und aus der Pit heben lassen, ohne um sich zu beißen. Sie mussten scharf, aber – wie das heißt – absolut „führerweich“ sein. Und diese Mischung ist es, die Hunde mit Kampfhunderbe bis zum heutigen Tag manchmal problematisch macht.

In der Familie, in ihrem Menschenrudel, sind alle Bull Terrier die reinsten Engelchen, Clowns und Schmusetiere. Sie hängen an ihrem Menschen mit vollem Herzen und ganzer Wucht. Und es ist deshalb auch gar kein Wunder, dass ihre Menschen sie genauso lieben und überhaupt nicht verstehen, warum es Leute gibt, denen diese Hunde unheimlich sind. Auch Fremden gegenüber halten sie mit ihrer kompakten Menschenfreundlichkeit nicht hinterm Berg: Wer Streicheleinheiten verspricht, muss sein versprechen sofort einlösen. Wer das nicht tut wir großzügig übersehen. Bull Terrier sind menschenfreundliche Hunde. Allerdings nur dann, wenn sie in frühester Jugend mit vielen Menschen freundliche Kontakte hatten. Als Ein-Mann-Hund aufgewachsen, mit immer nur denselben, wenigen Kontakten nach außen, neigen sie zu Eifersucht und verlieren dadurch ganz schnell ihre Menschenfreundlichkeit. Und deshalb ist die richtige Erziehung, die frühzeitige Gewöhnung an die Umwelt das Wichtigste bei diesen Hunden. Die Erziehung ist nicht immer ganz einfach. Bull Terrier sind sich ihrer kompakten Kraft durchaus bewusst. Aber wenn ihr Halter genauso stur und konsequent und Bully-verliebt ist, geht das schon. Den Spruch „einmal ist keinmal“ muss er allerdings vergessen, den kennt sein Bully auch nicht. Und auf kleine Ringkämpfe und Rangeleien sollte er sich auch nie einlassen. Es ist besser sein Hund lernt so was überhaupt nicht.

Der Umgang mit anderen Hunden dagegen wird immer problematisch bleiben. Bullys selbstbewusstes „Weg da, jetzt komm ich!“ wird nicht von allen Hunden gleichermaßen verstanden. Es gibt auch andere selbstbewusste Hunde. Und es gibt Angstbeißer. Als Bull Terrier-Halter aber hat man in unserer Gesellschaft immer die schlechteren Karten und ganz schnell den Schwarzen Peter in der Hand.

Bull Terrier-Haltung ist nicht einfach. Zum einen verlagt dieses liebebedürftige Kraft-Paket von seinem Halter viel Zuwendung, Erfahrung und auch Kraft. Zum anderen sind – durch unvernünftige, eitle Leute – alle Kampfhunde inzwischen in schlechten Ruf gekommen. Und ein Spaziergang – selbst mit bravstem Bully – wird immer mit bösen Blicken oder gar mit bösen Worten begleitet. Trotzdem gehört der Bullterrier seit Jahren zu den beliebten Rassen. Warum? Weil er ein Hund ist, den nicht jeder mag. Weil seine Haltung eine Herausforderung ist, eine Art von Protest gegen das landläufige Hunde-Ideal.

Weil er ein Hund ist, den nicht jeder mag. Weil seine Haltung eine Herausforderung ist, eine Art von Protest gegen das landläufige Hunde-Ideal. Weil er ein Clown ist, der sein Inneres hinter einer Maske versteckt, ein ewig missverstandener Hund, aber ein Hund, der seinen Leuten ganz alleine gehört.

Deshalb hat er so viele Fans. Und deshalb hat er auch so viele Feinde – vor allem unter anderen Hundehaltern, die mit ihren Hunden so ungern auf einen Kampfhund treffen.

Ursprünglich hatten alle Bull Terrier Schlappohren, die kupiert wurden. Als aber 1895 das Kupieren in Großbritannien verboten wurde, begangen die Züchter konsequent auf kurze Stehohren zu züchten. Seit 1930 haben alle Bullterrier offiziell Stehohren. Aber Probleme gibt es immer noch vor allem bei den großen schweren Hunden, die noch viel Lagerhunderbe in sich haben. Das weiße Fell soll über die Einkreuzung von English White Terriern in die Rasse gekommen sein, aber so genau wie man das nicht. Weißes Fell ist keine Degeneration, wenn der Hund ansonsten gut im Pigment steht. Aber Vorsicht: Bei Bullterriern kommt oft eine Art von geschecktem Albinismus vor, die dann mit ein- oder beidseitiger Taubheit einhergeht. Taubheit ist bei allen Hunden ein Problem, aber Bull Terrier macht sie fast unerziehbar (und haltbar). Beim 8-Wochen-Welpen kann man Taubheit aber noch nicht sicher diagnostizieren. Der Ramskopf, das typische Down-Face, ergibt sich dadurch, dass die Schnauze vom Scheitel bis zur Nasenspitze eine ungebrochene Linie darstellen soll. Bullterrier wurde also der Stop weggezüchtet.

Sanfter Bogen bis zur Nase

Lang, kräftig ohne grob zu wirken, ist der typische Bullykopf, der von vorne eiförmig aussieht. Das Profil verläuft in sanftem Bogen vom Oberkopf bis zur Nasenspitze und ist frei von Einbuchtungen. Die Nasenspitze ist leicht nach unten gebogen. Die Augen sind schmal und schräg gesetzt. Die Ohren sind klein, dünn und stehen eng beieinander, sie sollten steif aufrecht getragen werden können.

Glanz in vielen Farben

Das Fell ist kurz, glatt, enganliegend, fühlt sich hart an und hat feinen Glanz. Es kann reinweiß, falbfarben oder rot, gestromt (mit schwarz) oder gefleckt bzw. dreifarbig sein.

Tiefe Brust und kurzer Rücken

Der Rumpf ist wohlgerundet mit ausgeprägter Rippenwölbung, wobei das Brustbein näher am Boden als in der Bauchpartie ist. Der Rücken ist kurz, die Rückenlinie kräftig, die stark bemuskelten Lenden sind geringfügig gewölbt. Von vorne sieht der Brustkorb sehr breit aus.

Selbstbewusstsein zeigt die Rute

Die Rute ist kurz, aber unkupiert, sie ist tief angesetzt und wird auch in Ruhe horizontal getragen. In Erregung zeigt sie leicht nach oben. An der Wurzel ist sie dick und kräftig und verjüngt sich allmählich zu einer dünnen Spitze.

Standart

Zu allgemeinen Erscheinung des Bull Terrier wünscht sich der Standard einen kräftigen, muskulösen, anatomisch ausgewogenen und aktiven Körberbau mit lebhaftem, entschlossenem Gesichtsausdruck. Als „Gladiator“ unter den Rassen soll er voll Feuer und Mut sein – unabhängig von der Größe müssen Rüden rüdenhaftes, Hündinnen weibliche Gepräge haben. Beide Geschlechter sollen von ausgeglichenem Wesen mit Bereitschaft zur Unterordnung sein und Menschen gegenüber besonders freundlich.

In der Bewegung soll der Bullterrier den Boden mit freien, leichten Schritten und einer für die Rasse typischen lebhaften Leichtigkeit überwinden.

Die Vorderbeine greifen weit aus, die Hinterläufe bewegen sich geschmeidig aus der Hüfte, biegen sich stark in den Gelenken und sorgen so für kräftigen Schub von hinten.

Im Trab erfolgt die Bewegung parallel, nur in schneller Bewegung treffen die Pfoten auf einer Mittellinie zusammen . Es gibt weder Größen- noch Gewichtslimits.